Cessna 172 im FSX: Den KAP-140-Autopiloten richtig bedienen

Wer die Standard-Cessna 172 im Microsoft Flight Simulator X zum ersten Mal mit Autopilot fliegt, drückt oft die AP-Taste und wundert sich, dass nichts Sinnvolles passiert. Der Grund: Der Autopilot braucht eine Seiten- und eine Höhenführung, und beides müssen Sie selbst wählen. Diese Anleitung zeigt, wie Sie den Autopiloten der Cessna 172 im FSX Schritt für Schritt bedienen. Sie gilt für den Boxed-FSX und die FSX: Steam Edition.

Welcher Autopilot steckt in der Standard-Cessna?

Die Standard-Cessna 172SP simuliert einen zweiachsigen Autopiloten vom Typ Bendix/King KAP 140. Zweiachsig heißt: Er steuert Quer- und Höhenruder, nicht aber Gas, Gemisch, Klappen oder Fahrwerk. Add-on-Cessnas können ein anderes Gerät verwenden. Die folgenden Angaben beziehen sich deshalb nur auf das Standardflugzeug. Einzelne Details des realen Geräts können im Simulator abweichen; verlassen Sie sich im Zweifel auf die Anzeigen im Panel.

Nahaufnahme einer Instrumententafel im Flugzeugcockpit mit Rundinstrumenten

Foto: Alexandre Daoust / Unsplash

Schritt für Schritt: Von AP bis ALT

  1. Flugzeug vorbereiten: Batterie, Generator und Avionik einschalten, eine sichere Geschwindigkeit herstellen und das Flugzeug so trimmen, dass kaum Steuerdruck nötig ist. Schlecht getrimmt, nickt die Maschine beim Einschalten häufig abrupt.
  2. Kurs setzen: Stellen Sie am Kursgeber den Heading Bug auf den gewünschten Kurs.
  3. AP drücken: Die Taste schaltet nur die Servos ein. Sie wählt weder HDG noch ALT aus. Beim realen KAP 140 startet das Gerät in der reinen Querlagenführung (ROL) mit Halten der aktuellen Steig- oder Sinkrate.
  4. HDG wählen: Der Autopilot folgt nun dem Kurszeiger. Drehen Sie den Bug, dreht auch das Flugzeug.
  5. Höhe führen: ALT hält die Höhe, in der Sie die Taste drücken. Zum Steigen oder Sinken geben Sie mit UP und DN eine Vertikalgeschwindigkeit vor und drücken ALT, sobald die Zielhöhe erreicht ist. Beim realen Gerät ändert jeder Druck die Rate um 100 Fuß pro Minute.

Zum Abschalten drücken Sie erneut AP oder nutzen den FSX-Standardbefehl Z, bevor Sie größere Korrekturen von Hand fliegen.

NAV, APR und REV: Funknavigation koppeln

NAV folgt je nach Schalterstellung NAV1 oder dem GPS. Steht der NAV/GPS-Schalter falsch, folgt der Autopilot der falschen Quelle. Für einen VOR-Kurs stimmen Sie NAV1 ab, identifizieren die Station, setzen den OBS-Kurs und fangen den Kurs zunächst mit HDG ab, ehe Sie NAV drücken. NAV2 kann den Autopiloten nicht steuern. Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Beitrag VOR-Navigation im FSX.

APR arbeitet wie NAV, fängt aber zusätzlich einen ILS-Localizer ein. Der Abfangwinkel sollte laut Hersteller-Dokumentation zum realen Gerät höchstens etwa 45 Grad betragen, sonst droht Überschwingen. Den kompletten Ablauf erklärt unser Beitrag ILS-Anflug im FSX. REV ist ausschließlich für Back-Course-Localizer gedacht, nicht für einen normalen ILS-Anflug.

Was der Autopilot nicht übernimmt

Der Autopilot regelt weder Leistung noch Geschwindigkeit. Wählen Sie eine zu hohe Steigrate, sinkt die Fluggeschwindigkeit, bis das Flugzeug sich dem Strömungsabriss nähert. Wählen Sie deshalb moderate Raten und stellen Sie die Leistung wie im Handflug ein. Eine Automatiklandung gibt es nicht: Bei APR bleiben Gas, Klappen und die Landung Handarbeit. Schaltet sich der Autopilot unerwartet ab, prüfen Sie Strom- und Avionikversorgung sowie Controller-Belegungen. Bei Joystick-Problemen hilft unser Beitrag FSX Joystick einstellen.

Fazit

Der KAP 140 ist ein guter Einstieg in die Autopilot-Bedienung: Erst AP einschalten, dann Seitenführung und Höhenmodus bewusst wählen und die Anzeigen kontrollieren. Wer das einübt, versteht später auch komplexere Autopiloten in Prepar3D oder anderen Simulatoren besser, auch wenn dort Bezeichnungen und Abläufe abweichen können.

Quellen und weiterführende Links

Titelbild: Declan Sun / Unsplash

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