Wer im Microsoft Flight Simulator X nicht nur Platzrunden drehen möchte, braucht einen Flugplan. Der eingebaute FSX-Flugplaner erzeugt aus Start- und Zielflughafen eine Route, die Sie speichern, laden und mit dem GPS oder der Flugsicherung nutzen können. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie das funktioniert, und nennt die wichtigsten Grenzen. Sie gilt für den Boxed-FSX und die FSX: Steam Edition; die Planer von MSFS 2020 und 2024 sind anders aufgebaut.
Flugplaner öffnen und Route erzeugen
Der Flugplaner wird über den Freien Flug aufgerufen. Wählen Sie zuerst Flugzeug und Startposition (Gate, Parkposition oder Piste) und klicken Sie dann auf die Schaltfläche Flugplaner. Gehen Sie danach so vor:
- Flughäfen eintragen: Geben Sie Start und Ziel über die Kennung oder über Name und Stadt ein. Beachten Sie, dass die Kennungen im Standard-FSX nicht immer den heutigen realen entsprechen.
- Flugregeln wählen: VFR oder IFR (dazu mehr im nächsten Abschnitt).
- Routenart wählen: Direkt (GPS), VOR zu VOR, Luftstraßen unten oder Luftstraßen oben.
- Reiseflughöhe setzen: Wählen Sie eine Höhe, die zu Flugzeug, Gelände und Route passt. FSX akzeptiert auch unsinnige Werte ohne Warnung.
- Route berechnen: Ein Klick auf Route finden erzeugt die Route aus der internen Navigationsdatenbank. Prüfen Sie Wegpunkte, Entfernung und Verlauf auf Umwege.

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VFR oder IFR, und welche Routenart passt?
Ein VFR-Plan dient Ihnen als Orientierung für den Flug nach Sicht; einen Freigabeablauf mit der Flugsicherung gibt es dabei nicht. Ein IFR-Plan ist für die Zusammenarbeit mit der Standard-ATC gedacht: Sie fordern Freigabe an und erhalten Höhen und Anweisungen. Die Route selbst wird dadurch nicht genauer, und Abflug- oder Anflugverfahren (SID/STAR) kommen nicht hinzu.
Bei der Routenart gilt: Direkt (GPS) eignet sich für kurze Strecken und zum Üben, kann aber ohne Prüfung über hohes Gelände führen. VOR zu VOR ist gut zum Üben der Funknavigation, sorgt bei dünner VOR-Abdeckung aber für große Umwege; wie das Abfliegen eines Radials klappt, steht im Beitrag VOR-Navigation im FSX. Die Luftstraßen unten oder oben wirken konventioneller und eher wie im Linienverkehr, beruhen aber auf den älteren Navigationsdaten des FSX und müssen nicht zu aktuellen Karten passen. Wirkt eine Route falsch, wechseln Sie die Routenart und lassen sie neu berechnen.
Wegpunkte ändern, speichern und laden
Änderungen nehmen Sie in der Bearbeitungsansicht vor: Erzeugen Sie zuerst die Route, zoomen Sie dann auf einen angezeigten Funkfeuer-, Flughafen- oder Schnittpunkt und ziehen Sie die Routenlinie darauf, um einen Wegpunkt einzufügen. Nutzbar sind nur Punkte aus der FSX-Datenbank; freie Texteingaben sind nicht möglich. Ein erneutes Route finden kann manuelle Änderungen verwerfen, also zuerst berechnen, dann ändern und zuletzt speichern.
Gespeichert wird als .PLN-Datei, in der Regel unter Dokumente\Flight Simulator X Files; bei umgeleiteten Dokumentenordnern, etwa über OneDrive, kann der Ort abweichen. Speichern allein lädt den Plan nicht in den aktuellen Flug, dafür klicken Sie anschließend auf OK. Eine .PLN enthält nur Routendaten, weder Flugzeug noch Position. Wenn FSX nach dem Laden anbietet, Sie zum Startflughafen zu versetzen, wählen Sie Nein, sofern Sie bereits richtig stehen, und prüfen Sie andernfalls Ihre neue Position.
Den Plan fliegen: GPS, Autopilot und ATC
Das Laden des Plans lässt das Flugzeug nicht von selbst fliegen. Bei Flugzeugen mit NAV/GPS-Schalter stellen Sie diesen auf GPS und prüfen, ob die Route im GPS erscheint und der richtige Abschnitt aktiv ist. Fangen Sie den Kurs mit dem Heading-Modus in vernünftigem Winkel ab und aktivieren Sie dann NAV. Ein häufiger Fehler ist, NAV zu aktivieren, während der Schalter noch auf den Funkgeräten steht. Die Bedienung des Autopiloten erklärt unser Beitrag Cessna 172 im FSX: KAP-140-Autopilot; für den Endanflug ist der ILS-Anflug im FSX der passende Anschluss.
Bei einem IFR-Plan öffnen Sie das ATC-Fenster und fordern Freigabe an. Notieren Sie Piste, Anfangshöhe und Abflugangaben. Die Standard-ATC steuert Ihre Geschwindigkeit nicht, und Vektoren sowie Höhenstaffelung können Sie zu hoch oder zu nah an die Piste bringen; fragen Sie dann nach einer niedrigeren Höhe. Komplexe Add-on-Flugzeuge mit eigenem FMS lesen den Standardplan teils gar nicht und brauchen die Route in ihrem eigenen Rechner.
Grenzen des Flugplaners
Der Planer ist kein Dispatch-Werkzeug. Er prüft weder Gelände, Flugleistung, Treibstoffreserven noch Wetter oder reale Verfahren. Zeit und Kraftstoff im NavLog sind grobe Schätzungen ohne Wind, Steig- und Sinkflug, Warteschleifen oder Vektoren, planen Sie also Reserven ein. Neuere Fixes und Kennungen können fehlen, und eine Szenerie-Installation aktualisiert die GPS-Datenbank nicht automatisch.
Fazit
Für den Einstieg reicht der FSX-Flugplaner völlig: erst Flugregeln und Routenart bewusst wählen, dann die berechnete Route kritisch prüfen, speichern und laden. Wer Umwege oder veraltete Daten vermeiden will, kontrolliert die Strecke zusätzlich mit aktuellen Karten.
Quellen und weiterführende Links
- Fly Away Simulation: Den eingebauten Flugplaner im FSX nutzen
- Fly Away Simulation: Kompletter Flug von Gate zu Gate im FSX
- AVSIM-Forum: FSX-Flugplaner und GPS
Titelbild: Kevin Woblick / Unsplash


