Der FSX läuft stundenlang stabil und bricht dann plötzlich mit einer Out-of-Memory-Meldung ab, oft beim Anflug auf einen detailreichen Flughafen. Wer das kennt, rüstet meist erst einmal Arbeitsspeicher nach – und stellt fest, dass sich nichts ändert. Dieser Beitrag erklärt, warum das so ist, und zeigt eine Vorgehensweise, mit der Sie den Fehler im Microsoft Flight Simulator X und in der FSX: Steam Edition systematisch eingrenzen.
Warum mehr RAM beim FSX-Speicherfehler nicht hilft
Die Meldung bedeutet in der Regel nicht, dass Windows der Arbeitsspeicher ausgeht. Die FSX.exe ist ein 32-Bit-Programm und kann auch unter 64-Bit-Windows nur rund 4 GB virtuellen Adressraum nutzen. Diesen Raum teilen sich Flugzeugmodelle, virtuelle Cockpits, Gauges, Szenerie, Texturen, Wetter und KI-Verkehr. Hinzu kommt Fragmentierung: Große Speicheranforderungen können scheitern, bevor die Grenze erreicht ist. Zusätzliche Hardware-RAM kommt Windows und anderen Programmen zugute, nicht aber dem FSX-Prozess.
Welche Version Sie haben, spielt eine Rolle. Die Steam Edition ist bereits „Large Address Aware“. Beim Boxed-FSX erreichen Installationen mit Service Pack 2 oder Acceleration ebenfalls etwa 4 GB, während eine unvollständig aktualisierte Installation bei rund 2 GB hängen kann. Inoffizielle „4-GB-Patches“ sind bei aktuellen Versionen laut Fachquellen überflüssig, weil sie nur dieses Flag setzen.

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Erste Hilfe: Update, HIGHMEMFIX und sauberer Testflug
Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor und sichern Sie zuvor Ihre Konfiguration (siehe FSX-Konfiguration sichern: fsx.cfg unter Windows 10 und 11 finden):
- Installation aktualisieren: Beim Boxed-FSX Service Pack 2 oder Acceleration installieren, die Steam Edition über Steam aktuell halten.
- HIGHMEMFIX setzen: In der fsx.cfg unter dem bereits vorhandenen Abschnitt [GRAPHICS] die Zeile HIGHMEMFIX=1 ergänzen, keinen zweiten Abschnitt anlegen. Die Datei liegt unter %APPDATA%\Microsoft\FSX bzw. bei der Steam Edition unter %APPDATA%\Microsoft\FSX-SE. Die Einstellung hebt die Adressraum-Grenze nicht an und behebt keine Speicherlecks; sie ist eine häufig genannte Maßnahme gegen Fragmentierung.
- Sauberer Testflug: Standardflugzeug, klares Wetter, Gebiet ohne Zusatzszenerie, KI-Verkehr auf null. Starten Sie den FSX zwischen Tests neu, da nicht alle Module beim Zurück-ins-Menü entladen werden.
Läuft dieser Flug stabil, liegt es an einem Zusatzprodukt. Läuft er nicht, benennen Sie die fsx.cfg testweise in fsx.cfg.old um, damit der FSX eine frische Datei anlegt, und übernehmen Sie nur das Nötigste.
Den Verursacher per Ausschlussverfahren finden
Schalten Sie Komponenten einzeln wieder zu: erst das Add-on-Flugzeug, dann Start- und Zielszenerie, dann KI-Verkehr und detailliertes Wetter. Das Fehlerbild gibt Hinweise. Tritt der Absturz immer am selben Ort auf, ist meist Flughafen- oder Regionalszenerie im Spiel. Kommt er nach ähnlich langer Flugzeit, hält vermutlich ein Gauge, Wettermodul oder Verkehrsprogramm Speicher fest. Prüfen Sie außerdem, ob ältere Installer doppelte Szenerie-Einträge oder Module hinterlassen haben, und deaktivieren Sie überlappende Szenerien.
Speicherbedarf senken
Wenn der Verursacher bekannt ist oder Sie auf hohe Detailstufe nicht verzichten wollen, hilft Sparen an der richtigen Stelle: KI-Verkehr (Airline und Allgemeine Luftfahrt) reduzieren, Autogen und Szenerie-Komplexität in kleinen Schritten senken, Wolken-Sichtweite und detaillierte Wolken zurücknehmen und für das Cockpit nach Möglichkeit eine Texturvariante mit niedrigerer Auflösung wählen. Bei Add-ons mit 2048er- oder 4096er-Texturen kann TEXTURE_MAX_LOAD=1024 in der fsx.cfg entlasten. Beachten Sie, dass das Ändern der Grafikoptionen im Simulator diesen Wert überschreiben kann. Die Bildschirmauflösung ist selten der beste erste Ansatzpunkt. Zu Rucklern ohne Absturz lesen Sie auch FSX ruckelt: Ursachen finden und Ruckler gezielt beheben.
Fazit: Grenzen kennen, systematisch testen
Der FSX lässt sich nicht auf 64 Bit umstellen, die Grenze bleibt. Mit aktuellem Patchstand, HIGHMEMFIX, einer sauberen Szenerie-Liste und konsequentem Ausschlussverfahren bekommen die meisten Installationen den Fehler aber in den Griff. Wer dauerhaft an die Grenze stößt, findet im Beitrag Von FSX zu Prepar3D v6: Ratgeber für den Umstieg eine Alternative, denn Prepar3D v6 ist eine 64-Bit-Anwendung. Einen Garantie-Fix gibt es nicht; in Foren berichten Nutzer auch von hartnäckigen Fällen ohne gesicherte Lösung.
Quellen und weiterführende Links
- Fly Away Simulation: Out-of-Memory-Fehler im FSX beheben
- Fly Away Simulation: FSX unter 64-Bit-Windows und das 4-GB-Limit
- AVSIM-Forum: FSX OOM beim Laden mit minimalen Einstellungen
Titelbild: Joao / Unsplash


